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noch 11 Tage...

Hallo, hola, buonas noches, guten Abend

So, nachdem der lange Bericht vom Vulkanwochenende abgeschlossen ist – die 5 Teile waren gelogen ;-) dann kann ich jetzt zum Tagesgeschäft übergehen – und da gibt’s auch so einiges interessantes, lustiges bis trauriges zu berichten:

Von den letzten Tagen habt ihr ja noch nichts gehört, also hole ich mal etwas aus; allerdings ohne Gewähr, die Reihenfolge einzuhalten.

Neulich bin ich z.B. nachts mit dem Taxi heim gefahren und der Taxifahrer fragte mich, woher ich komme, und als ich „Alemania“ antwortete, meinte er, dass er da ein Video habe...allerdings hat es einige Anläufe gebraucht bis ich Video und weiteres verstanden habe. Entweder war er von der Küste, wo die Leute komplett anders sprechen als hier oder gar auch Cuba, Argentinien oder sonst woher. Egal, jedenfalls holte er sein Handy raus, wurschtelte etwas herum und hielt es mir dann unter die Nase – und was ich zu sehen bekam, war sehr amüsant: Ein Video von Rammstein; haha. Er kannte sonst auch nur noch die Scorpions, das ist alles, was man so im Ausland von der deutschen Kultur so kennt ;-)

Schön war auch heute Nachmittag bin ich mit einem Kumpel, dessen Handy gestohlen wurde,, auf dem Schwarzmarkt, der zwar anders heißt, jedem aber klar ist, dass die Ware dort „vom Laster gefallen ist“...natürlich habe ich darauf hingewiesen, dass das eine nicht so gute Sache ist, aber puedo hacer nada. Jedenfalls gab es gleich zwei komische Ereignisse: erstens wird er „Markt“ von der Polizei bewacht/kontrolliert; Worte wie Schutzgeld oder Bestechung werden mir aber nicht über meine Lippen kommen...

Fast noch besser war, das Handy, das Josef* dann gekauft hat. Denn die Diebe pardon Verkäufer hatten sich nicht mal die Mühe gemacht, die alten SMS zu löschen – und dabei waren ein paar für die ehemalige Besitzerin, die offensichtlich Probleme mit ihrem (Ex-) Freund hatte.

Ich werde den genauen Wortlaut nicht wiedergeben, aber es kamen Worte wie tonta (doofe) und danach ein Ausdruck, der eine Berufsbezeichnung aus dem so genannten horizontalen Gewerbe trägt. Des weiteren wurde die Dame des öfteren auf ein einziges ihrer Körperteile reduziert (ein spezifisch weibliches) – dieses Stilmittel nennt man in der Literaturwissenschaft pars pro toto – allerdings bin ich mir nicht wirklich sicher, ob sich der Absender bei der Wahl seiner Formulierung dessen bewusst war!

Am Sonntag war ich mit ein paar Freunden im Museo de la Banco Nacional – einem Museum für ecuadorianische Kunst von anno dazumal bis vorgestern. Da gab es einiges zu sehen von den Anfängen der Besiedelung des südamerikanischen Subkontinent über pre-, Inka und post-Inka Kunst und bis hin zu prunkvollen, überladenden Madonnen, Monstranzen etc. aus der Zeit der spanischen Eroberung und dem Einzug des Christentums. Einige Bilder waren – zumindest für unsere Augen – eher lustig als fromm. Z.B. der Gitarre spielende und komisch grinsende Engel (zu sehen in meinem facebook account - > Uli Jaeckle) oder Engel, die Maria und Josef bei der Arbeit helfen und angeekelt mit verkniffenen Gesichtern wegsehen als sie den Rauch vom Feuer abbekommen.Leider war über die Hälfte der Säle wegen Umbau geschlossen.

Im Anschluss waren wir im Coffee Toffee Salat essen. Von dem Laden habe ich gestern schon berichtet; es ist bisher der einzige, in dem ich anständigen Salat gefunden habe. Sonst kippen die lieben Ecuadorianer immer ohne Ende Limonensaft drüber – brrrr! Nix gegen Limone aber doch eher mit Vodka als mit Salat ;-)

Und da darf man ihn selbst anmachen. Oh, was für ein Genuss!!!!

Heute habe ich den sonderbaren Humor eines kleinen Steppkes zu spüren bekommen: Ich war in meinem Büro, der ist da rumgeturnt, und als ich kurz aufgestanden bin, hat er mir den Stuhl weggezogen; und peng! lag ich am Boden, als ob ich nicht genug Schrammen abbekommen hätte in letzter Zeit.Wenn der Knabe deutsch verstehen würde, hätte er sich gewundert, was ich alles für Flüche drauf hab...das hat aber auch weh getan - ich bin mit dem Rücken an der Stuhlkante runter geschrammt

→ „ayayay“ heißt „aua“ auf Quechua, der Sprache der Indigenas! Kann man immer mal brauchen, speziell ich z.Z. Ich hab noch immer eine fiese Wunde am Knie von meinem „Busunfall“, die auch schlecht heilen kann, da man das Knie eben ständig bewegt – und weil ich mir entweder selbst dauernd das Knie irgendwo anhaue oder die lieben Kleinen es schaffen, alle Nase lang genau die Stelle zu treffen, die eben weh tut; wie gesagt: ayayay!

Als ich so ca. 7 oder 8 Jahre alt war, hatte ich auch fast immer das linke Knie aufgeschürft, dann war ca. 30 Jahre Ruhe und nun geht’s wieder los...:-)

Ach ja bevor es mal wieder untergeht: palabras del dia:

taxista – Taxifahrer

escorpións - Scorpions – äh Skorpione

Copa del Mundo - Weltmeisterschaft

dolor – Schmerz

rodilla – Knie

zu letzterer Vokabel kann ich noch ein nette Geschichte zum Besten geben:

Ich konnte nach dem Unfall erstmal nicht tanzen, weil eben mein Knie weh tat/tut. Auf Fragen sagte ich:“No puedo porque mi rodillo duelle!“ -> "ich kann nicht, weil mein Knie wehtut!", das fanden zwei, drei Leute sehr komisch, da sie verstanden hatten: „No puedo porque mi tio duelle!" -> "Ich kann nicht, weil mein Onkel Schmerzen hat!"

Tja, eine deutliche Aussprache ganz ohne Decke im Mund ist auch hierzulande hilfreich ;-)

So, ihr Lieben, ich bin müde, hasta pronto, buonas noches!

PS: Nur noch 11 mal schlafen, dann gibts endlich Fußball!!!


*Name von der Redaktion geändert

3 Kommentare 1.6.10 05:25, kommentieren

Wochenend und Sonnenschein - Oh Baby, lass und glücklich sein!

Servus,

ich war auf zwei Feten; einmal bis 5.30 Uhr ui ui ui - hab mich aber mit den ungesunden Substanzen zurück gehalten...

und gestern war's harmlos und ich war gegen 1 Uhr zu hause, aber es gab Schweinebraten mit Nudeln! Ein GENUSS!!!

Das Essen ist prima, und mir schmeckt auch fast alles, aber "richtiges" Fleisch und Nudeln, das ist schon rar hier!

War 'ne lustige Feier, mit "Reise nach Jerusalem oder wie es hier heisst: viaje de sillas (Stuhlreise), Merengue - und natürlich Salsa!

Heut' waren wir den ganzen Tag unterwegs - wir das sind: Max, Britta, Eva und Christine, die leider morgen zurück muss nach Austria - ihre drei Monate sind vorbei - que pena (wie schade)! Wir waren beim Mitad del Mundo - also dem Mittelpunkt der Welt - da war ich ja ganz am Anfang schon mal, aber diesmal war es der Offizielle und danach bei einem dritten inoffiziellen ;-)

Cool ist allerdings, was es da für Phänomene gibt:

Man kann nihct auf dem Äquator mit geschlossenen Augen gehen ohne zu wackeln wie eine Glas Götterspeis, weil die Kräfte an beiden Seiten des Körpers in verschiedene Richtungen ziehen - echt war!

Außerdem fließt das Wasser direkt auf dem Äquator tatsächlich senkrecht ganz ohne Strudel ab - ich hab's mit eigenen Augen gesehen, die haben da extra ein tragbares Waschbecken in dem Museum, das erst auf dem Äquator abgelassen wird und dann einen halben Meter daneben - und da gibt's einen Strudel oder Wirbel oder wie auch immer das genannt wird, was sich da dreht - echt faszinierend!

Und dann kann man, in dem Fall ich, direkt auf der Äquatorlinie ein Ei auf einen Nagel stellen - un d es fällt nicht um! Die Kräfte heben sich gegenseitig auf, das ist vielleicht toll!!! Ich hab sogar ein Zertifikat als "Eggmaster" bzw. "Maestro de huevo" bekommen ;-)

Zum guten Abschluss des ereignisreichen Tages waren wir noch Meerschweinchen essen - DIE Spezialität hier. Es heißt, wenn man das nihct probiert hat, war man nicht RICHTIG in Ecuador. OK, wir also hin haben uns zu fünft so ein Viech bestellt, und darum gebeten, es erstmal am Stück zu bekommen. Dann haben wir es  ausgibig begutachtet, von allen Seiten fotografiert bevor der Koch es zerteilen durfte. Auf die amüsierten Blicke der Bedienung hin, sagte ich mit einem Grinsen; "Estamos touristas; lo siento!" Wir sind Touristen, Entschuldigung"

So, nun bin ich KO - der Tag war lang und heiß und morgen muss ich wieder arbeiten gehen, also Kinder durch die Gegend fliegen lassen und Zähne putzen und spielen... ;-)

Ach ja palabra del dia, ganz klar: cuy* - Meerschweinchen

* (Lat.Am.)

Macht's gut, bis bald!


1 Kommentar 7.6.10 04:25, kommentieren

einmal werden wir noch wach...

heissa, dann ist WM Eroeffnungstag!

 

Liebe Leute, die letzten Tage durfte ich damit verbringen Zahlenkollonnen zu addieren. In dem Programm hier laeuft was schief und ich durfte das nu klaeren. Also habe ich alle Quittungen (recibos) aller Kinder in dem Programm (47) aus den letzten 2 jahren, sprich 24 Monaten sortiert, addiert und aufgelistet - so und nu bin ich reif fuer die WM. 

Die einzigen Zahlen, die ich jetzt noch sehen will, sind Tore, Eckbaelle und gelbe Karten!

 Sodele, viel Spass bei der WM (que ustedes divertiden al Mondial!)

Hasta pronto! Uli bzw. Cacao

3 Kommentare 11.6.10 01:53, kommentieren

Die WM ist eine Woche alt - und ich bin...

...um Jahre gealtert.

Jeden Tag "muss" ich um 5.30 Uhr aufstehen, um das erste Spiel zu sehen und da Fernsehsport ja bekanntlich ungesünder ist als gar kein Sport...

Ich habe eine Woche geschwiegen; das hat mehrere Gründe:

Den ersten habe ich grad genannt und hat mit 11 Männern in kurzen Hosen zu tun, der andere ist folgender:

Mein Ghostwriter (hier: negro, aber lustiger ist escritora fantasma) hat sich beharrlich geweigert, zu schreiben, da er meint, nur mit Reis und Huhn (Pollo con arroz) nicht genug Energie zu haben - die Memme! Aber ich hab ihm mal gezeigt, dass man so nicht mit mir umgeht - nicht mit Commander (kennt jemand den bescheuerten Film? - ich glaub Superstau).

Also zurück zum Thema: Klose is raus, das ist zwar in dem Spiel heute morgen (hierzulande) doof gewesen, bringt aber den lieben Jogi von der komischen Idee ab, den Kerl nochmal zu bringen, sonst kann er ja gleich den Gomez spielen lassen, ja ja ich weiß, in Stuttgart war er ja auch noch klasse, aber in München, muss an der dünnen Luft liegen in den Bergen - ich weiß wovon ich spreche, ich hätte heute morgen auch wie Falschgeld auf dem Platz gestanden und komische, unnötige Fouls gemacht.

Also folgendes:

macht euch keine Sorgen, bei der WM `90 is Ruuuuuuuuuuuuudi gegen Holland auch unberechtigt vom Platz geflogen und ihr könnt euch sicher noch an den Ausgang dieses Estate Italiana (Italienisch für Sommermärchen) erinnern... na also!

Und außerdem darf ab jetzt unser lieber Herr Kakao spielen und zack - > schon sind wir im 1/8-, 1/4-, 1/2-, Finale! Seht ihr, kein Grund zur Sorge

Ach ja neben bei noch: Ich als Wahlkölner bitte hier offiziell um Verzeihung für den dämlichen Elfer.

Aber eigentlich ist die Aufgabe meines Fantasmas ja hier von meinen Abenteuern im fernen Ecuador zu berichten, also venga, curre, siga (für nicht spanisch sprechende Leser, die drei hübschen Vokabeln heißen alle soviel wie carramba):

Eigentlich kann der Bericht kurz bleiben, stichwortartig:

5.30 aufstehen, zum Coffee Toffee, Desayuno (Frühstück) bestellen, Fussball gucken, dann zu Cenit, arbeiten und wieder zurück, nachmittags allerdings ins Finn McColl`s die dritte Partie gucken, sonst Billard spielen, Tagebuch schreiben, den Absatz der ecuadorianischen Getränke-Marke Pilsener (heißt wirklich so) ankurbeln, abends fachsimpeln mit Fußballenthusiasten (nicht so wohl meinende Zeitgenossen würden Spinner sagen) aus aller Herren Länder in ca. 3 ½ bis 4 Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch und Spanglich bzw. Spaleman → I think that ich en serio echt durcheinander komme a veces aber no importa a lot!)

Zur Erklärung, warum ich so viel Fußball gucken kann, obwohl ich doch arbeiten muss: ich habe einen Deal mit meiner Chefin gemacht, ich arbeite während der WM nur vormittags, dafür hänge ich hinterher die verpasste Zeit dran!

OK, das war natürlich etwas arg verkürzt zwischen den Spielen esse und trinke ich ab und zu auch noch was und fachsimple da schon was das Zeug hält. Heute hat eine Freundin zu mir gesagt, "so Mistwetter die ganze letzte Woche, oder nicht" – tja keine Ahnung, in der Kneipe war's immer warm und trocken allerdings ziemlich bewölkt.

haha, ich hab grad mal wider so eine komische Laune, die sich ab und an in serbokroatischen Ergüssen äußert, wer das nicht versteht, darf gerne nachfragen, bei mir, Frau Schneider oder in Engerland ;-)

Ich habe gerade gesehen, dass bisher genau 999 Leute dieses hübsche Tagebuch gelesen haben – herzlichen Dank liebe Leserschaft, das übertrifft meine Erwartungen um ein Vielfaches – muchissimas Gracias!

In letzter Zeit hatte ich ein paar sehr nette Erlebnisse:

ich wurde an 2 aufeinander folgenden Tagen gefragt, ob ich Ecuadorianer oder Peruaner sei, dabei ist mein Spanisch gefühlt, zwar einiges besser als noch vor drei Monaten, aber ein Muttersprachler? Na ja gut für mein Ego, aber ich glaube die Fragenden waren auch komische Vögel.

Tja, und gestern war ich in einer Drogerie (die Haut will gepflegt werden) und da hat ein Engländer verzweifelt versucht Halstabletten zu erwerben, war aber des Spanischen ebenso wenig mächtig wie die Verkäuferin des Englischen und da hab ich toller Hecht von einer Fremdsprache in die andere übersetzt – was sagt ihr jetzt?

Palabras del dia:

pastilla para la garganta – Halstablette

derrota - Niederlage

tonto – dumm

tropa de pepinos – Gurkentruppe

el cobarde – die Memme

réferi ciego – blinder Schiri

haha, genug geschimpft

So, Mädels es ist jetzt 21.57 Ortszeit, in genau 7 Stunden und 33 Minuten ist meinen Bettruhe vorbei, wegen den lieben Niederländern, daher sage ich beim Abschied leise servus bzw. adios buonas noches!

hasta pronto und viel Spaß weiterhin mit dem runden Leder

Uli bzw. Cacao

1 Kommentar 19.6.10 05:07, kommentieren

Jabulani - ich hab meinen eigenen WM Ball

N'Abend allerseits,

heute war wieder ein schöner Fußballtag, zwar musste ich erneut um 5.45 hoch, aber sonst war es ein wirklich feiner Tag...die armen Italiener ;-) aber dafür Kiwi go und Paraguay spielt auch fein!

Dazu habe ich heute in einer Sportbar in der Halbzeit von Brasilien-Elfenbeinküste meinen eigenen Jubilani WM Ball gewonnen - OK ist „nur“ eine Kopie, aber eine ganz gute und endlich kann ich auch selber mal gegen den Ball treten!

Hey, habt ihr England oder Frankreich spielen sehen, das war ja traurig – Ja; ich weiß unsere Jungs haben sich am Freitag auch nicht mit Ruhm bekleckert, aber die werden da am Mittwoch schon richten, hier von wegen Tuniermannschaft und so ;-)

So, ich bin verdammt müde, jetzt ist die WM schon in der gleichen Zeitzone wie Deutschland und ich – ja, ich bin in Ecuador, geschlagene 7 in Worten: sieben Stunden voraus und muss immer zu nachtschlafnder Zeit aufstehen, aber ich hab's ja selbst so gewollt...Jammer gildet nicht! ;-)

So liebe Leserschaft, ich geh schlafen, muss morgen fit sein – immerhin spielt Portugal, wenn auch nicht so dolle bisher..!

buenas noches y un beso

Uli

PS: Wie gesagt, macht euch keine Sorgen, „wir“ werden gegen Ghana mit 3-0 gewinnen und alles ist in bester Ordnung!



1 Kommentar 21.6.10 03:57, kommentieren

Auferstanden aus ...und zurück in die Ruinen

...ich war krank ;-) bin immer noch nicht wirklich fit, aber wird schon wieder.

Sollten Franzosen oder Italiener unter meinen Lesern sein – tut mir leid, aber das war echt nicht gut. Na ja, unsere Buben haben sich bisher auch nur im ersten Spiel mit Ruhm bekleckert, aber ab Sonntag geht’s ja erst richtig los und Turniermannschaft usw. bla bla – im Notfall wieder im Elfmeterschießen gegen die lieben Engländer.

OK genug Fußball Geschwätz erstmal. Ich habe z.Z. ein etwas größeres Problem: Ich werde einfach nicht mehr fit, Montag und Dienstag lag ich flach, Mittwoch bis Freitag habe ich zwar wieder gearbeitet, bin aber immer noch total KO, hab keinen Appetit und werde immer dünner ;-)

Das hat zwar auch sein Gutes, aber so langsam möchte ich auch wieder fit sein und Energie geladen und so weiter und so fort.

Gestern Abend war hier bei mir zu hause die Abschiedsfeier von Jessi, meiner deutschen Gastschwester. Ich war leider so platt, dass ich noch vor Mitternacht ins Bett bin. Ihr kennt mich, eigentlich bin ich eher ein Partytier, aber es ging nicht.

Die Nacht war auch nicht so schön! Erst hab ich wach gelegen, dann hatte ich furchtbare Magenschmerzen – hab ein Stündchen auf der Toilette verbracht und bekam Montezmas Rache zu spüren und ob das nicht schon genug wäre, musste ich mich dann auch noch übergeben.

Na ja immerhin waren danach meine Magenschmerzen erstmal weg und ich konnte schlafen – und zwar so lange, dass ich Uruguay Einzug ins Viertelfinale verpasst habe.

Immerhin konnte ich auf der heimischen Couch sehen, wie das letzte verbliebene afrikanische Land weiter kam, im heroischen Kampf gegen die USA, die es eigentlich auch verdient hätten – m.E.

So nun ein weiterer kurzer Bericht vom Krankenlager – ich habe heute schon 2 Kannen Tee, einen Teller Suppe und ein paar Scheiben Weißbrot gegessen – und bei mir behalten ;-)

Die Geschichte der letzten Woche ist relativ schnell erzählt. Montag und Dienstag lag ich, wie ja bereits erwähnt – im Bett und habe hauptsächlich geschlafen. Mittwoch bis Freitag war ich morgens in Cenit „arbeiten“. Ich saß im Büro, da ich mir den Markt nicht zumuten wollten. Denn mit meinem angeschlagenen Immunsystem wollte ich nicht den ganzen Kinder begegnen – ich mag die lieben Kleinen, aber was die alles an Bakterien, Bazillen etc. mit sich herum tragen will ich gar nicht wissen.

Also im Büro, wo es zwei Tage so gut wie nichts zu tun gab, außer mit Ruth, meiner Sozialarbeiterin, ein paar liegen gebliebene Unterlagen zu sortieren. Dafür war der Freitag dann „lustig“. Zwischen meiner Vorgängerin und der Leiterin von Cenit gab es ein paar Unstimmigkeiten, die an diesem Tag gelöst werden sollten. Was ca. 2 Stunden dauerte und sich mit Zickenkrieg nicht wirklich genau beschreiben lässt. Aber dafür, dass das Gespräch zwischen einer diplomierten Psychologin und einer Ordensschwester geführt wurde, die beide für eine gemeinnützige Organisation arbeiten, war ganz schön Feuer drin ;-) Von wegen ausreden lassen bzw. die andere Wange...

Und für mich, der dabei saß und mit allem nur bedingt zu tun hatte, war das eine nicht wirklich schöne Erfahrung. Da sie nicht alles klären konnten, geht es am Montag in die zweite Runde, aber so wie ich mich z.Z. fühle, bin ich da wohl nicht dabei. Wenn es mir nicht bald besser geht, muss ich wohl den Onkel Doktor konsultieren, grrr

So zurück zu meinem lieben Magen, ich glaube jetzt etwas gefunden zu haben, was er mag, also bei sich behält – Weißbrot. Das Schöne daran ist, diese Art Brot gibt es hier reichlich. Ich will nicht zu patriotisch klingen – OK, es ist WM und „wir“ werden gewinnen – aber mal ernsthaft: Ich glaube, in keinem anderen Land außer unserem gibt es vergleichbares Brot; Vollkornbrot, Schwarzbrot, Dreikornbrot, Roggenbrot, Kürbiskernbrot... - ihr merkt, ich habe Entzugserscheinungen. Und was mir auch fehlt, das ging mir in Schottland damals auch schon so: ein „deutscher“ Döner, ja ja, ich weiß, Döner ist türkisch; ihr wisst aber sicher auch , was ich meine. So einen Döner, wie ihn unsere türkischen Landsleute bzw. deutsche Mitbürger mit türkischem Migrationshintergrund machen. Hier gibt es Schawarma, das ist halbwegs mit Döner zu vergleichen, obwohl natürlich Hühnchen (pollo) drin ist. Aber es ist eben nicht das Gleiche!

So, was ich eben gesagt habe, von wegen Migrationshintergrund, ist das nicht ein fürchterliches Wort?! Ich muss mal daheim eine Umfrage machen unter „Betroffenen“. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass z.B. mein Kommilitonen Ali und Ney den Ausdruckt Migrationshintergrund für ihre Herkunft Kurdistan bzw. Ecuador schön finden. Aber wie gesagt, ich werde fragen...Ach ja, falls jemand aus meiner Leserschaft auch so einen niedlichen Migrationshintergrund haben sollte, bitte ich ihn oder sie hiermit ganz herzlich um Rückmeldung, was ihr von dem Ausdruck haltet.

Vielen Dank im Voraus

So, da ich es noch nicht geschafft habe, den Bericht so wie er eben noch war online zu stellen, schreibe ich eben noch ein bisschen weiter, um ihn wieder aktuell zu machen:

Also, jetzt ist schon Montag Abend, Deutschland ist im Viertelfinale Hurra Hurra und wie! Leider konnte ich den großen Triumph nicht in einer Kneipe mit vielen Bekannten und Freunden feiern, sondern musste wieder mal mit der heimischen Couch Vorlieb nehmen. Noch immer zwickt mich mein Bauch – und zwicken ist ganz schön unter trieben. Gestern durfte ich die Bekanntschaft mit Marco Rodriguez machen, das ist nicht etwa ein Onkel meiner Gastfamilie, nein, sondern der Arzt auf der Notfallstation im hiesigen Krankenhaus – nicht erschrecken, bitte! Notfallstation nur weil es eben – wie meist in solchen Fällen - Sonntag war.

Ich durfte mich hinlegen, bekam einen Tropf verpasst, weil ich so dehydriert war. Heute lag ich nur müde auf meinem Bett bzw. der Couch und morgen kann ich endlich zum Arzt, um mich untersuchen zu lassen. Am Sonntag wollten sie nur das Notwendigste machen...Da ich mich die letzten Nächte immer übergeben musste, haben sie mir in den Tropf auch ein Medikament getan, das – wie ich später erfahren habe – gegen die Übelkeit helfen soll; und das auch tut!

Nur als ich das Medikament bekam traten gleich zwei „lustige“ Dinge auf:

  1. Auf meine Frage für oder gegen was das Medikament sei, sagte mir der Arzt, für den Magen – ach!

  2. Weil ich mir ja schon dachte, dass ich warten muss, habe ich mir was zu lesen mitgebracht, aber kaum war das Medikament in meiner Blutbahn, konnte ich nicht mehr scharf sehen und das hielt fast eine Stunde an. Kurz vor der Beutel leer war und ich gehen durfte, konnte ich noch ein, zwei Seiten lesen. Ich weiß zwar, dass es was für den Magen war, aber was, das wird wohl ein Geheimnis bleiben. Wie hängen Magen und Augen nochmal zusammen?

Jedenfalls hat es geholfen, wollen wir mal nicht so nachtragend bzw. kritisch sein. Mal sehen, was morgen beider Untersuchung herauskommt (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich hab ein kleines Gefäß bekommen, in dem ich genau 15g (steht drauf) ihr wisst schon was zur Examinierung mitbringen darf. Ich bin echt gespannt, was für Tiere mir im Moment in meinen Bauch herum turnen...

Ihr habt die ganze Woche nichts von mir gehört, mea culpa bzw. ist es die Schuld meiner kleinen Mitbewohner, sobald die mich wieder verlassen haben, werde ich auch wieder fitter und damit auch schreib freudiger!

So, ihr seid auf dem neusten Stand, macht's gut und bis bald!

Buonas Noches

29.6.10 03:53, kommentieren