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So Leute, es gibt wieder reichlich zu berichten:

Die vergangene Woche hatte ich frei, da hier die Osterwoche, Semana Santa, wie der Name schon sagt, heilig ist. Ich habe die Zeit für einige Aktivitäten genutzt:

Zunächst war ich mit Max, einem angehenden Lehrer aus Stuttgart u VfB Fan (→ guter Mann) in Mindo – genannt auch Lindo Mindo (schönes Mindo). Das ist ein kleines Dorf mehr oder weniger im Dschungel. Für mein Empfinden war ich mitten im Dschungel, aber man sagte mir, das sei erst der Anfang, der wird weiter im Osten um einiges „wilder“, dichter, dschungeliger (pardon an die Sprachfreunde für diese Fauxpas, ich weiß nicht wie ich das sosnt ausdrücken soll).

Jedenfalls gibt es da Pflanzen, wie ich sie in Form, Farbe und Größe noch nie zuvor gesehen habe...z.B. Blätter so groß wie Schränke. Und jetzt weiß ich auch endlich, was man sich unter hoher Luftfeuchtigkeit vorzustellen hat.

Wir sind dann auf einen Abenteuertrip gegangen: eine Canopy-Tour. Gesichert wie Bergsteiger bzw. Kletterer an quer durch den Dschungel gespannten Stahlseilen in 5 – 25 m Höhe durchs Grün saußen und die Welt mit einem anfangs etwas mulmigen Gefühl im Bauch von oben betrachten. Insgesamt waren es 13 „Fahrten“, die von mal zu mal schneller und höher wurden. Nach der ersten war meine Höhenangst zum Glück verflogen und ich konnte das Spektakel genießen – grandios!

In Mindo habe ich auch den Bekannter meiner Professorin getroffen und ihm die Geschenke für sein Hilfsprojekt an der Küste gegeben.

Unser Hostel war eine Holzkonstruktion mit Zimmern, die teilweise eher einer Veranda als einem Zimmer geähnelt haben. So konnte ich mit Blick auf den Dschungel halb im Freien schlafen, was mein Unterbewusstsein zu wilden Träumen angeregt hat. Die ganze Nacht bin ich von wilden Tieren angefallen, angeknabbert und begrabbelt worden – es war angenehm wieder aufzuwachen und zu sehen, dass mein Mosquito-Netz dicht war und ich noch am Stück.

Dennoch habe ich jetzt nach 4 Tagen immer noch mit den Sticken zu kämpfen, die ich dort abbekommen habe – die jucken, das gabt ihr nicht. Obwohl es fast die ganze Zeit geregnet hat, war es dennoch eine super Sache!

 

Dann war ich auf dem Konzert von Guns 'n Roses – das war sehr cool, allerdings mit ein paar Hindernissen. Zum einen ist der liebe Axl alt und dick geworden, so dass sein Auftritt manchmal fast etwas Tragisches hatte, wie ich finde. Zum anderen ist er ja neben Dizzy Reed der einzige, der aus der Original Besetzung übrig geblieben ist – und so eine (fast) komplett neue Band ist eben doch was anderes – auch wenn die Typen echt großartige Musiker sind. Wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, war es musikalisch besser als 1991, aber wer weiß...

Darüber hinaus war es komisch, es gab drei Vorgruppen, zwei ecuadorianische, die ganz OK waren und Sebastian Bach (der Sänger von Skid Row) mit neuer Band – sehr cool. Allerdings war es ca. 00.15 Uhr als sich Guns 'n Roses auf die Bühne bequemt haben. Wir kamen und 19 Uhr und als die letzte Zugabe zu Ende, war es fast ½ 3 (sic). Zwischendurch hab ich echt geflucht, weil mir die Beine von langen Stehen weh taten, aber im Endeffekt war es doch ein sehr cooles Erlebnis.

Am Karfreitag war ich auf der hiesigen Prozession, das war auch eine interessante Veranstaltung, hunderte Menschen gekleidet wie der Ku Klux Klan – nur in Lila. Dazu ca. 50 Leute mit Dornenkrone, teilweise noch mit schweren Ketten an den nackten Füßen, die riesige Holzkreuze schleppten – und das fünf Stunden lang.

Ich glaube auch an Gott, aber diese Art von Religiosität ist mir doch reichlich fremd.

Dazu gab's aus gefühlt 4.000 Lautsprechern Kirchenmusik, so dass man sich so gut wie nicht unterhalten konnte – laut lauter Ecuador!

Heute war ich mit meinem Gastbruder Daniel im Stadion: Liga de la Universidad Quito gegen FC Barcelona Quayaquil (die heißen echt so). Spitzenspiel 1. Barca gegen den 2. Quito

Super Stimmung, ausverkauftes Haus, so knapp 50.000 schätze ich, aber ein Gekicke zum davonlaufen. Und die haben die letzten Jahre die Südamerikameisterschaft, also quasi die Championsleague gewonnen. OK, ich lehne mich weit aus dem Fenster, aber bis auf die Fitness könnte ich da auch mithalten... ne ernsthaft, das war eher traurig, folglich ging es auch 0-0 aus. Dennoch eine tolle Sache, denn wie gesagt laut lauter...die Stimmung war grandios!

Ich hab mich auch sehr gewundert, denn der Anstoß war nicht wie ich erwartet hätte nachmittags oder abends, sondern um 11.30 Uhr in der Mittagshitze von fast 30°C, na ja andere Länder, andere Sitten...

Gestern Abend hat es in der Stadt plötzlich eine Stunde wie aus Kübeln gegossen. Ich bin nur beim Umsteigen von Bus A zu Bus B durchweicht gewesen und auf den Straßen stand das Wasser so hoch, dass es richtige Wellen gab, wenn die Autos durchgefahren sind.

Ja, aber als ich aus dem Kino kam, also ca. 2 Stunden später wars fast wieder trocken...

So, jetzt mach ich mich ans Spansichlernen, adios amigas y amigos

7 Kommentare 5.4.10 00:07, kommentieren

Huhu bzw. schokkolo,

ich war im Kino u zwar in einem ungarischen Film:

Die werckmeisterschen Harmonien (->http://www.imdb.de/title/tt0249241/) im Original mit spanischen Untertiteln, das war sehr schlau von mir ;-)

Das einzige was ich an Gesprochenem verstande habe, war Schokkolo (muss soviel wie hasllo/ciao, salut heissen- wurde die ganze Zeit ueber gesagt). Die Untertitel waren einiges hilfreicher, aber ob ihrs glaubt oder nicht, obwohl ich schon fast einen Monat hier bin, ist mein Spanisch noch nicht perfekt...

Meine Begleiter, alle schon fast ein Jahr hier, ego etwas firmer im Iberischen Idiom, sagten aber, dass sie auch fast nix verstanden haetten...der Film war wohl grosse Kunst, aber dennoch etwas daemlich, oder wir waren zu daemlich, ihn zu verstehen...

Kennt ihr den Song von U2 aus dem Batman Soundtrack „Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me“? daraus stammt die grandiose Zeile, „I don[t know what you are doing, babe, it must be art“;

 besser kann man das nicht ausdruecken!

In den letzten Tagen waren wir („meine“ Sozialarbeiterin Sherazade /sic/ und ich) bei fuenf Familienvisitationen und was man da so sieht, das will man eigentlich nicht alles sehen...

Eine Familie wohnt in einem „Raum“ 3 auf 3 m betonwaende, Wellblechdach, ein Bett, eine Kommode, Ofen , eine Gluehbirne: fertig!

Wir mussten leise reden, weil der Vater nebenan war, und sollte er mitbekommen, dass der Junge finaz. Unterstuetung bekommt, schnappt er sich das Geld....was sonst noch war sage  ich nicht oeffdentlich, Dios Mio!

Heute gehe ich auf die Geburtstagfeier einer Kollegin aus Kalifornien, das wird wohl eine lange Nacht...

Machts gut, ach ja Glueckwunsch an Jules Macker, von wegen die Eintracht vom Platz gefegt ;-)

Adios hasta pronto y Schokkolo

Uli

2 Kommentare 10.4.10 02:50, kommentieren

Grrrrrrrrrrrr wie Grippe

Hallo Leute,

 

also heute fasse ich mich kurz, ich war zwar arbeiten, aber jetzt fuehle ich mich beschissen. Ich weiss nicht genau, ob das wirklich Grippe ist, aber mir ist kalt, ich habe diverse Schmerzen: Kopf-, Hals- und Glieder schmerzen.

Daher la palabra del dia:

dolor de garganta - Halsschmerzen

 

Sorry, das solls erstmal gewesen sein, bis hoffentlich bald wieder gesund.

 

Saludos Cordiales

Uli

 

PS: Und das obwohl ich mir einen schoenen Schal (bufanda) gekauft habe...

1 Kommentar 12.4.10 23:23, kommentieren

Eine Woche war der Uli krank jetzt geht’s ihm besser – Gott sei Dank!

Das fällt mir der schöne Witz von dem Taucher ein: Ein Taucher, der nicht taucht, taucht nicht bzw. 5 Tage war der Taucher krank, jetzt taucht er wieder, Gott sei Dank; ich glaube die sind aus'm Werner Comic.

Also, jedenfalls bin ich wieder auf dem Damm! Halleluja!!! War das langweilig! Die ganze Woche, Lesen, Videos und Sudoku. Na ja – es gibt schlimmeres, aber ich bin froh, dass ich wieder aus dem Haus und zu CENIT kann.

Ich habe sicher auch einiges gelernt: Rätsel schulen ja das Denken und TV bzw. DVDs auf Spanisch mit engl. Untertiteln helfen meinem Spanisch sicher auch auf die Beine. Simpsons auf Spanisch sind z.B. gar nicht schlecht, verstehe ich auch ohne Untertitel recht gut und die Stimme von March ist echt der deutschen Synchronstimme zum verwechseln ähnlich.

Dann hab ich einen schwachsinnigen „Horrorfilm“ mit Kevin Bacon gesehen - „Tremors“ oder so ähnlich, eine Art Sandwürmer (aber nicht so wie bei Dune) machen ein Dorf in der Wüste unsicher – unheimlich dämlich, aber auch auf Spanisch ohne Probleme zu verstehen, ich denke das Niveau der Dialoge wird nur in Pornos unterschritten - hab ich gehört ;-) Nun denn, jedenfalls war ich heute mal wieder in der Stadt unter Leuten, das ist echt sehr schön, auch wenn ich noch recht fix KO bin – so eine Woche im Lazarett schlaucht doch ganz schön. Das Paradoxe am kranksein ist ja, dass man, wenn man krank ist, gesund lebt. Also d.h. Einen recht gesunden Lebenswandel pflegt; kaum bzw. leicht bekömmliches Essen, viele Vitamine, weder Koffein, Alkohol noch Nikotin oder sonstige Gifte, extrem viel Schlaf.

So müsste man eigentlich leben, wenn man gesund ist...müsste, wäre, wenn...ich weiß! :-) Aber einen Gedanken isses zumindest wert. Es muss ja nicht zu 100% sein - das geht ja eh nicht, ich kenn mich ja so langsam ein bisschen - aber eins habe ich hier, wo es an jeder Ecke Jugo natural (Frisch gepressten Saft) gibt, gelernt: Bier hat so einiges für sich, keine Frage, aber so ein frischer Saft ist auch nicht zu verkennen!

So genug Seelenstriptease!

Nun eine interessante Information, besonders für Historiker: ich habe mich heute Nachmittag mit Lenin unterhalten. Ein netter Kerl, hätte ich eigentlich gar nicht gedacht ;-) Der Wirt des Hostels einer Freundin, bei der ich heute war, heisst so. Wird aber zu seinem Glück Lenny genannt.

Es gibt aber Stalins und Hitlers hierzulande, Sachen gibt’s – ich ich hab schon bei Kevin und Justin gedacht, das seinen dumme Namen, tja, so kann man sich täuschen. Aber so wie ich das sehe, ist das hiesige Geschichtsverständnis entweder nicht vorhanden (hoffentlich) oder unter aller Kanone, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann. Andererseits Europa ist echt weit weg, wenn man aus südamerikanischer Perspektive schaut und dennoch, als ich den kleinen Stalin neulich auf dem Markt kennen gelernt habe, hat's mich geschüttelt! Stellt euch vor, ihr lernt einen netten Knaben kennen und der stellt sich als Pol Pot vor, ich weiß ja auch nicht...

Kennt ihr den Film Apocalypto von Mel Gibson? Es geht um den Untergang der Maya, ein toller Film, wenn auch sehr bedrückend. Ich fand das Ende umwerfend, ähnlich wie bei Lord of the Flies, kennt ihr den bzw. das Buch von – ich durfte es in der Schule lesen. Könnt ihr euch noch an die La Paloma Boys erinnern, oder einfach an das Lied Oh, la Paloma blanca? Ich mag ja ein Ignorant sein, aber mir ist erst vor ein paar Tagen aufgegangen, dass es sich hier um eine weiße Taube handelt...besser spät als nie.

 

Palabra del Dia: la maquina de la niebla .- Nebelmaschine (ich  hab grad Funny gehoert) ;-)



 

1 Kommentar 20.4.10 03:32, kommentieren

So jetzt aber!

 

Heute morgen war es schon recht lustig... ich habe einen Wandschrank mit 5 Türen, dahinter ist aber nur ein Raum. Als ich meine Klamotten herausholen wollt, war eine Tür offen; was ich aber erst nicht gesehen habe. Also habe ich eine andere Tür geöffnet – und eine Katze sprang mir entgegen...vow, dann war ich wach!!!

Gestern Abend ist mir was ähnliches passiert, ich hab im Gang kein Licht gemacht, um niemand zu stören...“meine“ schläft immer bei offenen Türen. Und nach ein paar Schritten kamen plötzlich Renata und ihr Freund angerannt, denn ich hatte laut „Aua“ gerufen, da ich mit dem Kopf gegen einen Balken geknallt bin... der Schmerz war nicht schlimm, eher der Schreck. ;-)

 

Ach ja, fast hätte ich es vergessen; Glückwunsch an Dole und sonstige Bayernfans, obwohl ich kaum glaube, dass ich außer diesem Ost-Schwaben weitere dieser Spezies kenne! Und wenn wir schon dabei sind; Ivica Olic, bitte beim VfB melden!

Am Samstag war ich auf dem Markt in Otavalo, der größte Textilienmarkt in Südamerika, beeindruckend, auch wenn viel „Turistenkram“ angeboten wird, gibt es auch wirklich schöne Sachen, aber ich habe mich vergleichsweise zurück gehalten!

Heute Nachmittag habe ich Alberto, den Bruder von Ney getroffen. Also für alle Nichtstudenten der FH Köln. Ney ist Ecuadorianer, der in Köln lebt und studiert. Ich hab ihn letztes Semester kennen gelernt und er hat mir einiges über Quito erzählt, Tipps gegeben. Nun habe ich eben seinen Bruder getroffen, mit ihm was getrunken und er hat mir angeboten, etwas mit mir zu reisen, da er im Tourismus beschäftigt ist, kennt er sich noch mehr aus, als der „Durchschnitts“ Ecuadorianer.

Tja, Glück muss man haben!

Und wisst ihr was? Er hat mein Spanisch gelobt ;-)

 

Wie ihr vielleicht wisst, hat mir Frau Lesser, meinre Vermieterin in Koeln prophezeit, dass ich mit einer Ecuadorianerin eine Familie grueden werde...Letzten Sonntag war hier auf dem plaza Grande eine Frau mit einem Bauchlade3n und einem Schild "Se vende la verdad" Wahrheit zu verkaufen, ich fragte, eben ob diese Prophezeiung eintreten wird un dsie sagte; "si, con una chica ecuadoriana muy guapa!"  -> "Ja, mit einer sehr huebschen Ecuadorianerin!"

Na dann, ich bin nicht wirklich aberglaeubisch, aber so langsam...

Schluss fuer heutem, bitte schalten sie bald wieder ein!

 

Müde bin ich geh zur Ruh' schließe meine Äuglein zu...

adios!

1 Kommentar 28.4.10 05:17, kommentieren