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Wochenend und Sonnenschein - Oh Baby, lass und glücklich sein!

Servus,

ich war auf zwei Feten; einmal bis 5.30 Uhr ui ui ui - hab mich aber mit den ungesunden Substanzen zurück gehalten...

und gestern war's harmlos und ich war gegen 1 Uhr zu hause, aber es gab Schweinebraten mit Nudeln! Ein GENUSS!!!

Das Essen ist prima, und mir schmeckt auch fast alles, aber "richtiges" Fleisch und Nudeln, das ist schon rar hier!

War 'ne lustige Feier, mit "Reise nach Jerusalem oder wie es hier heisst: viaje de sillas (Stuhlreise), Merengue - und natürlich Salsa!

Heut' waren wir den ganzen Tag unterwegs - wir das sind: Max, Britta, Eva und Christine, die leider morgen zurück muss nach Austria - ihre drei Monate sind vorbei - que pena (wie schade)! Wir waren beim Mitad del Mundo - also dem Mittelpunkt der Welt - da war ich ja ganz am Anfang schon mal, aber diesmal war es der Offizielle und danach bei einem dritten inoffiziellen ;-)

Cool ist allerdings, was es da für Phänomene gibt:

Man kann nihct auf dem Äquator mit geschlossenen Augen gehen ohne zu wackeln wie eine Glas Götterspeis, weil die Kräfte an beiden Seiten des Körpers in verschiedene Richtungen ziehen - echt war!

Außerdem fließt das Wasser direkt auf dem Äquator tatsächlich senkrecht ganz ohne Strudel ab - ich hab's mit eigenen Augen gesehen, die haben da extra ein tragbares Waschbecken in dem Museum, das erst auf dem Äquator abgelassen wird und dann einen halben Meter daneben - und da gibt's einen Strudel oder Wirbel oder wie auch immer das genannt wird, was sich da dreht - echt faszinierend!

Und dann kann man, in dem Fall ich, direkt auf der Äquatorlinie ein Ei auf einen Nagel stellen - un d es fällt nicht um! Die Kräfte heben sich gegenseitig auf, das ist vielleicht toll!!! Ich hab sogar ein Zertifikat als "Eggmaster" bzw. "Maestro de huevo" bekommen ;-)

Zum guten Abschluss des ereignisreichen Tages waren wir noch Meerschweinchen essen - DIE Spezialität hier. Es heißt, wenn man das nihct probiert hat, war man nicht RICHTIG in Ecuador. OK, wir also hin haben uns zu fünft so ein Viech bestellt, und darum gebeten, es erstmal am Stück zu bekommen. Dann haben wir es  ausgibig begutachtet, von allen Seiten fotografiert bevor der Koch es zerteilen durfte. Auf die amüsierten Blicke der Bedienung hin, sagte ich mit einem Grinsen; "Estamos touristas; lo siento!" Wir sind Touristen, Entschuldigung"

So, nun bin ich KO - der Tag war lang und heiß und morgen muss ich wieder arbeiten gehen, also Kinder durch die Gegend fliegen lassen und Zähne putzen und spielen... ;-)

Ach ja palabra del dia, ganz klar: cuy* - Meerschweinchen

* (Lat.Am.)

Macht's gut, bis bald!


1 Kommentar 7.6.10 04:25, kommentieren

noch 11 Tage...

Hallo, hola, buonas noches, guten Abend

So, nachdem der lange Bericht vom Vulkanwochenende abgeschlossen ist – die 5 Teile waren gelogen ;-) dann kann ich jetzt zum Tagesgeschäft übergehen – und da gibt’s auch so einiges interessantes, lustiges bis trauriges zu berichten:

Von den letzten Tagen habt ihr ja noch nichts gehört, also hole ich mal etwas aus; allerdings ohne Gewähr, die Reihenfolge einzuhalten.

Neulich bin ich z.B. nachts mit dem Taxi heim gefahren und der Taxifahrer fragte mich, woher ich komme, und als ich „Alemania“ antwortete, meinte er, dass er da ein Video habe...allerdings hat es einige Anläufe gebraucht bis ich Video und weiteres verstanden habe. Entweder war er von der Küste, wo die Leute komplett anders sprechen als hier oder gar auch Cuba, Argentinien oder sonst woher. Egal, jedenfalls holte er sein Handy raus, wurschtelte etwas herum und hielt es mir dann unter die Nase – und was ich zu sehen bekam, war sehr amüsant: Ein Video von Rammstein; haha. Er kannte sonst auch nur noch die Scorpions, das ist alles, was man so im Ausland von der deutschen Kultur so kennt ;-)

Schön war auch heute Nachmittag bin ich mit einem Kumpel, dessen Handy gestohlen wurde,, auf dem Schwarzmarkt, der zwar anders heißt, jedem aber klar ist, dass die Ware dort „vom Laster gefallen ist“...natürlich habe ich darauf hingewiesen, dass das eine nicht so gute Sache ist, aber puedo hacer nada. Jedenfalls gab es gleich zwei komische Ereignisse: erstens wird er „Markt“ von der Polizei bewacht/kontrolliert; Worte wie Schutzgeld oder Bestechung werden mir aber nicht über meine Lippen kommen...

Fast noch besser war, das Handy, das Josef* dann gekauft hat. Denn die Diebe pardon Verkäufer hatten sich nicht mal die Mühe gemacht, die alten SMS zu löschen – und dabei waren ein paar für die ehemalige Besitzerin, die offensichtlich Probleme mit ihrem (Ex-) Freund hatte.

Ich werde den genauen Wortlaut nicht wiedergeben, aber es kamen Worte wie tonta (doofe) und danach ein Ausdruck, der eine Berufsbezeichnung aus dem so genannten horizontalen Gewerbe trägt. Des weiteren wurde die Dame des öfteren auf ein einziges ihrer Körperteile reduziert (ein spezifisch weibliches) – dieses Stilmittel nennt man in der Literaturwissenschaft pars pro toto – allerdings bin ich mir nicht wirklich sicher, ob sich der Absender bei der Wahl seiner Formulierung dessen bewusst war!

Am Sonntag war ich mit ein paar Freunden im Museo de la Banco Nacional – einem Museum für ecuadorianische Kunst von anno dazumal bis vorgestern. Da gab es einiges zu sehen von den Anfängen der Besiedelung des südamerikanischen Subkontinent über pre-, Inka und post-Inka Kunst und bis hin zu prunkvollen, überladenden Madonnen, Monstranzen etc. aus der Zeit der spanischen Eroberung und dem Einzug des Christentums. Einige Bilder waren – zumindest für unsere Augen – eher lustig als fromm. Z.B. der Gitarre spielende und komisch grinsende Engel (zu sehen in meinem facebook account - > Uli Jaeckle) oder Engel, die Maria und Josef bei der Arbeit helfen und angeekelt mit verkniffenen Gesichtern wegsehen als sie den Rauch vom Feuer abbekommen.Leider war über die Hälfte der Säle wegen Umbau geschlossen.

Im Anschluss waren wir im Coffee Toffee Salat essen. Von dem Laden habe ich gestern schon berichtet; es ist bisher der einzige, in dem ich anständigen Salat gefunden habe. Sonst kippen die lieben Ecuadorianer immer ohne Ende Limonensaft drüber – brrrr! Nix gegen Limone aber doch eher mit Vodka als mit Salat ;-)

Und da darf man ihn selbst anmachen. Oh, was für ein Genuss!!!!

Heute habe ich den sonderbaren Humor eines kleinen Steppkes zu spüren bekommen: Ich war in meinem Büro, der ist da rumgeturnt, und als ich kurz aufgestanden bin, hat er mir den Stuhl weggezogen; und peng! lag ich am Boden, als ob ich nicht genug Schrammen abbekommen hätte in letzter Zeit.Wenn der Knabe deutsch verstehen würde, hätte er sich gewundert, was ich alles für Flüche drauf hab...das hat aber auch weh getan - ich bin mit dem Rücken an der Stuhlkante runter geschrammt

→ „ayayay“ heißt „aua“ auf Quechua, der Sprache der Indigenas! Kann man immer mal brauchen, speziell ich z.Z. Ich hab noch immer eine fiese Wunde am Knie von meinem „Busunfall“, die auch schlecht heilen kann, da man das Knie eben ständig bewegt – und weil ich mir entweder selbst dauernd das Knie irgendwo anhaue oder die lieben Kleinen es schaffen, alle Nase lang genau die Stelle zu treffen, die eben weh tut; wie gesagt: ayayay!

Als ich so ca. 7 oder 8 Jahre alt war, hatte ich auch fast immer das linke Knie aufgeschürft, dann war ca. 30 Jahre Ruhe und nun geht’s wieder los...:-)

Ach ja bevor es mal wieder untergeht: palabras del dia:

taxista – Taxifahrer

escorpións - Scorpions – äh Skorpione

Copa del Mundo - Weltmeisterschaft

dolor – Schmerz

rodilla – Knie

zu letzterer Vokabel kann ich noch ein nette Geschichte zum Besten geben:

Ich konnte nach dem Unfall erstmal nicht tanzen, weil eben mein Knie weh tat/tut. Auf Fragen sagte ich:“No puedo porque mi rodillo duelle!“ -> "ich kann nicht, weil mein Knie wehtut!", das fanden zwei, drei Leute sehr komisch, da sie verstanden hatten: „No puedo porque mi tio duelle!" -> "Ich kann nicht, weil mein Onkel Schmerzen hat!"

Tja, eine deutliche Aussprache ganz ohne Decke im Mund ist auch hierzulande hilfreich ;-)

So, ihr Lieben, ich bin müde, hasta pronto, buonas noches!

PS: Nur noch 11 mal schlafen, dann gibts endlich Fußball!!!


*Name von der Redaktion geändert

3 Kommentare 1.6.10 05:25, kommentieren

Teil 3 der fünfteiligen Saga vom Wochenende am und auf dem Vulkan

Und weiter im Text:

Auf der Heimfahrt von der Lagune hab ich mich lang mit Or, dem Reisenden aus Tel Aviv über Gott und die Welt, Koran, Bibel und Tora etc pp unterhalten. Ein richtig netter, lustiger Typ. Allerdings hat mich seine erste Frage etwas erstaunt. Ich mache hier nur Fotos mit meinem Handy, denn ich besitze keine „extra“ Kamera. Als er das sah, fragte er, „wo ist deine RICHTIGE Kamera?!“ Tja, hätt' ich wirklich Geld...aber ich will und werde nicht klagen – hier lernt man ganz schnell, wie relativ Reichtum bzw. Armut ist.

Jedenfalls war es echt schön mit ihm zu reden. Or war nach dem Militärdienst, den ja in Israel jeder UND jede machen muss, für 7 – in Worten Sieben – Monaten in Südamerika unterwegs. Coole Sache, ja und da hatte er einiges zu erzählen, z.B. dass seiner Meinung nach Quito das gefährlichste Pflaster auf dem ganzen Kontinent ist...na dankesehr!

Wobei ein anderer Mitreisender auf dem Cotopaxi tags zuvor erzählte, dass in seiner Heimat, Venezuela, jedes Wochenende 30 Morde zu verzeichnen sind und ein Bekannter, der so etwas ähnliches wie ich bei CENIT in Mexiko macht, sagte, dort; also in Mexiko City würden täglich im Schnitt 30 Leute entführt – OK, da leben auch ca. 20 bis 25 Millionen Menschen. Ich denke, dagegen ist es hier im „beschaulichen“ Quito mit gerade mal knapp zwei Millionen Leuten eigentlich ganz friedlich!

Unterwegs fiel einer Mitreisenden US-Amerikanerin, Jaya, ein, dass sie ihren Pass im Hostel vergessen hat. Da wir aber schon die Grenze zwischen zwei Bundesstaaten und damit die Mautstelle passiert hatten, konnte oder wollte der Fahrer nicht mehr zurück. Und so hat sie dann per Handy (hier cellular) mit den Leuten vom Hostel reden und klären können. Das Schöne dabei war, wie ich finde, das Spanglish. Sie war mit einer Freundin unterwegs und sagte:„La otra chica tiene her passport!“ (Also: das andere Mädchen hat ihren Ausweis; aber eben Satzanfang und -ende in Spanisch bzw. Englisch.)

Das passiert mir auch oft, und speziell an dem Wochenende, da Justin dabei war und wir ständig zwischen unseren Muttersprachen und Spanisch hin- und her gesprungen sind.

Beim Frühstück hab ich beispielsweise mal gesagt:“Por desayuno quierido una vez Eier mit Speck, please!“ („Ich hätte gerne mal....zum Frühstück, bitte!“ ohne es überhaupt zu merken, nur als alles um mich in schallendes Gelächter ausbracht, wurde mir klar, das das Quatsch mit Sauce war. Aber vow, drei Sprachen in einem einzigen Satz – das kann auch nicht jeder!

Zurück zum Thema:


Die Rückfahrt war außer des schönen Gesprächs mit Or und der herrlichen dämlich/lustigen Singerei hauptsächlich von Justin nicht so erwähnenswert.

Daheim wieder, wie ihr es bereits kennt, göttlichen Schokoladenkuchen und Tee. Müdigkeit, Schach, Blödeleien und frühes Schlafen gehen.

Klappe zu – Affe tot, also ich meine Tag 2 neigt sich seinem Ende, oh aber nein, hätte ich ja fast einen Höhepunkt vergessen:

Abends waren wir noch zu sechst im Jacuzi (schreibt man das so? ich hab grad keine Lust nachzusehen; jedenfalls handelt es sich um einen Pool, der liebe Majestät Max nennt den auch immer so). Also drei Männlein und drei Weiblein im Pool mit Getränken und ja, der Rest bleibt eurer Fantasie überlassen...:-)


Tag 3:

Eigentlich sollten wir direkt nach dem Frühstück (s.o. desayuno) reiten, aber es gab eine Gruppe mit erfahrenen Reitern, zu der wir nicht gehörten – und zu wenige Pferde für alle. Also haben wir uns um sonst, ja und kostenlos eklig früh aus den Betten gequält. Na ja, aber so konnten wir in der Sonne dösen, Schach spielen und chillen, wie der junge Mensch von heute sagt → hab ich in er FH gelernt :-)

Irgendwann wollte ich eigentlich gar nicht mehr das Glück der Erde auf den Rücken der Pferde suchen. Ich lag in einer Hängematte döste (was mit chillen wohl gemeint ist), schrieb ein bisschen in meinem Tagebuch und war mit mir und er Welt zufrieden, oder wie es auch so schön heißt, ich ließ den lieben Gott einen guten Mann sein oder so ähnlich.

Dann kamen gegen Mittag aber die Pferde samt ihren Reitern doch wieder – und wir mussten ran bzw. rauf.

Mein liebes Pferd hieß/heißt Caramello, schöner Name, was?! Und dummerweise genauso ein Dickkopf wie sein Reiter.

Wir gingen um Schritt für ca. eine ½ Stunde und Justin, der Spinner, rief immer wieder „Listo para correr?“, fertig zum rennen? und ein wunderbares Wortspiel, denn auf dem Markt spielen wir mit den Kindern immer Wer hat Angst vorm bösen Wolf? und da ist die letzte Frage, vor es ans Jagen/Fangen geht, „listo para comer?“, fertig zum fressen?

Irgendwann ist mein liebes Pferdchen mal in den Trab verfallen und ich wäre beinahe schreckens gestorben. Aber nach einer weiteren Stunde war dann Schritt so langweilig (aburido), dass ich es immer mal wieder mit Trab versucht habe. Bis mir das irgendwann zu langweilig wurde und ich Caramello zum Galopp angetrieben .- und dies augenblicklich bereut habe!

Zwischendurch ging mal Justins Gaul durch und hat sich aufgebäumt, da war dann kurzzeitig der Spaß vorbei, weil auch unser Guia (Leiter, Führer klingt auch nach so langer Zeit einfach komisch, wenn man sich auch von diesem alten Scheiß nicht die Sprache aufzwingen bzw. nehmen lassen sollte...) Probleme mit seinem Pferd hatte. Die Gäule haben sich alle vor einem lauten Motorrad erschrocken. Naja immerhin ist Justin und auch sonst keiner runtergefallen...

Die letzte halbe Stunde musste ich ständig mit Caramello verhandeln; jedes mal wenn ich ihn nicht richtig am Zügel genommen habe, ist er zum Wegesrand und hat gefressen. An sich ja kein Problem, aber die anderen waren vorn und verschwanden so langsam aber sicher in der Ferne – außer Britta auf ihrem lieben Jakob, ja ihr Pferd hieß wirklich so!

Und einmal,als ich ihm sagte, er solle mal fix zu den anderen aufschließen und im Trab bis Galopp gehen, tat er das zwar, aber von jetzt auf nachher entdeckte er besonders saftiges Gras und hielt einfach mitten in der Bewegung an, neigte seinen Kopf – und ich? Ich fiel beinahe vorüber in sein Mittagessen. Sauhund – perro de cerdo!

Na ja, wir haben uns dann geeinigt; er frisst 'ne Minute, dann läuft er wieder ein, zwei, dann wieder grasen, etc.

Irgendwann Stunden später waren wir tatsächlich wieder im Papageienhaus. Puh, und kaum hatte ich festen Boden unter den Füßen, gingen auch schon die Schmerzen los. (So in etwa müssen sich Seemänner an Land fühlen). Mir taten echt alle Muskeln weh, auch welche, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie besitze.

Leider war danach etwas Hektik, weil alles länger gedauert hatte, als beabsichtigt – dank eines hungrigen Caramello, aber nicht nur. Wir konnten uns leider nicht von allen Leuten verabschieden und mussten nach kurzer Pinkelpause in den Bus.

Wieder daheim im geliebten Quito, setzten wir uns in das Café/Restaurant, in dem wir auch abgeholt worden waren – Coffe Toffe, mit dem schönen Slogan: MAKE COFFE NOT WAR

Aber nach nicht all zu langer Zeit wurden die Rufe der Betten immer lauter und wir gaben ihnen nach. Genau so wie ich es jetzt sofort (ahorita) machen werde, da ich hundemüde, ausgelaugt und einfach KO bin.

buonas noches amigas y amigos

Zum krönenden Abschluss noch ein paar palabras del dia:

desayuno - Frühstück

ahorita - jetzt sofort

huevos revueltos con tocineta* - Rührei mit Speck

estar como el pez en el agua - sich, wie die Made im Speck fühlen

(eigentlich sein wie der Fisch im Wasser)

agotado - hundemüde

*Lat. Amer.

1 Kommentar 31.5.10 04:44, kommentieren

Fortsetzung von Cotopaxi etc.

Pardon Leute, gestern "musste" ich zu einer Fete, wollte aber wenigstens mit der Erzählung anfangen, damit ihr nicht so lange warten müsst ;-)



Also weiter im Text: ich war beim Essen ;-) auf der Hütte/Refugio, echt delikat!

Nach der Stärkung sind wir wieder raus – und welch Überraschung, alles weiß; und wohl gemerkt wir hatten den Gletscher schon hinter bzw- über uns gelassen. Nein, das war Schnee oder eine Mischung aus Schnee und Hagel. So hatten wir das Vergnügen ein noch schöneres Ambiente zu genießen – dafür wurden wir schön nass...

Der Abstieg war dann aber nicht mehr so wild. Am Bus angekommen, hatten wir die Wahl, gemütlich, warm und trocken im Bus zu fahren oder cool, abenteuerlich, „männlich“ ;-) mit dem Mountain Bike die 18 km bergab zurückzulegen. Tja, was denkt ihr, was der große Abenteurer und Held dieser Geschichte gemacht hat, genau: Er ist sich ja seiner Rolle als bewusst und will den Autor dieser Zeilen auch nicht um die kleinste Möglichkeit bringen, eine tolle Geschichte zu erzählen geschweige den, ihn zum Lügen (mentir) animieren.



Also lange Rede...ich hab mich aufs Rad geschwungen und mich todesmutig in die Abfahrt gestürzt. Das war toll, aber genauso einen Knochenarbeit wie die Steigerei vorher. Vor allem in den Unterarmen, denn außer Lenken und die Balance halten musste man hauptsächlich bremsen – denn der Berg ist verflucht steil! Und hat man mal heroisch ein paar Sekunden nichts getan, war man fluchs bei gefühlten 120km/h - also sehr schnell...

So, nun zu einer Seite an mir, die der Allgemeinheit noch nicht so vertraut ist:

Da es eben nass, kalt und sehr anstrengend war, ich mit der Brille (fast) nicht sehen konnte und 18km auch bergab ne ganze Weile dauern, hab ich Vernunft walten lassen und bin nach einer Viertelstunde von meinem Bock gesprungen und hab mich in den warmen Bus gesetzt – irgendwie auch heldenhaft, oder?! Wenn auch nicht ganz so spektakulär wie die anderen, die alle bis unten durchgehalten haben.

So, den Rest vom Tag könnt ihr euch so vorstellen (ist doch OK wenn ich euch dutze?!):

Heißen Tee trinken, Schokoladenkuchen essen, Duschen, Schachspielen und blos nicht mehr bewegen.



Palabras del dia

ajedrez – Schach, amargo – bitter mareado – schwindelig tutearse - sich duzen



kurzer aktueller Einschub:

Ich habe gerade von meinem Bruder Juanse eine Tasse Mate Tee bekommen -tja Mate und ich – wir werden keine Freunde, wenn der so bitter schmeckt (s.o.)

Tag 2:

Frühstück um 7.30 Uhr, dann rinn' in den Bus und erstmal 3 Stunden on the road; lustig dabei, wir fuhren eine ganze Weile auf der Panamericana, DER Straße in Lateinamerica und laut unserem Guia (Reiseführer) Arvichkay aus Tel Aviv, die beste Straße auf dem ganzen Kontinent -haha; wisst ihr was Buckelpiste bedeutet?!

Dann an der Lagune ein wundervoller Blick auf tief grünes Wasser ca. 200m weiter unten im Krater des noch aktiven bzw. z.Z. schlafenden Vulkans Quilotoa (→ http://de.wikipedia.org/wiki/Quilotoa)

Ich habe auf der Fahrt einen netten Israeli namens Or (Licht) kennen gelernt. Diese Sonntagslandpartie war sein letzter Tag in Südamerika nach sieben-monatiger Reise. Da er einen ruhigen Abschluss wollte, ging er nicht mit hinunter, sondern wartete am Rand und lies die Monaten nochmal vor seinem geistigen Auge Revuee passieren. Ich denke,das ist eine gute Methode, so eine enorme Erfahrung abzuschließen. Später noch mehr von ihm.

Wir gingen also frohen Mutes hinab – was kann schon anstrengender sein als ein Aufstieg auf 5.000m? Abwärts war es auch, wie meist, kein großes Problem. Uns kamen einige kräftig japsende Menschen entgegen, aber wir dachten uns nichts dabei...noch nicht!

Nach einer Pause unten am Kratersee, ging es an den Aufstieg, vorher hätte man ein Maultier zum Aufstieg wählen können – hätte, wäre, wenn...?

Unser Held geht also mit seinesgleichen „im Frühtau zu Berge“; OK; es war gegen 15 Uhr und scheiß heiß!

Die erste Hälfte war dann auch nicht so wild – anstrengend, aber in Ordnung. Dann kam die 2. Hälfte und ich machte (fast) schlapp. Meine Beine wollten keinen Schritt mehr tun, mir nicht wirklich schwindelig (mareado), aber ganz fit war ich auch nicht. Arvichkay motivierte mich immer wieder mit schlauen Sprüchen und israelischen Liedern. Irgendwann kam ein Maultier ohne Reiter vorbei, aber das der Führer immer noch 8 Dolar , also den ganzen Preis wollte, verzichtete der Schwabe in mir dankend und quälte sich weiter – Depp ;-)

Aber nachdem wir entdeckten, dass wir beide (Arvichkay und ich) die Musik von CAKE mögen, sangen wir u.a. „Perhaps Perhaps Perhaps“ bis fast zum Gipfel.

Und was soll ich sagen, auch wenn ich es auf halbem Wege echt nicht gedacht hätte, ich habe es mit meinen eigenen Beinen geschafft – und das ist wirklich ein tolles Gefühl – ich war aber so KO, dass ich von dem anschließenden Essen kaum was gegessen habe, ich war einfach zu müde – ich weiß, das klingt etwas komisch, ist aber die Wahrheit (Verdad)!

So und nun habt ihr ja schon einiges erfahren, und könnt daher gut noch eine Weile auf mehr warten; denn ich muss wieder los, der Grand Prix oder heutzutage glaub ich, Eurovision Song Contest wartet...Germany ten points - l'Alemania dix points - Alemania diez puntos – Deutschland zehn Punkte ;-)

Lena Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

 

1 Kommentar 29.5.10 21:35, kommentieren

Cotopaxi / Lagune Quilotoa / Caballos...-> las agujetas (Muskelkater)

Ahora Chicos,

 

so, ich hab euch ne Weile auf die Folter gespannt – pardon! Die Woche war anstrengend und verging wie nix.

Also, letztes Wochenende war ich mit 4 Freunden auf dem Vulkan Cotopaxi, dann in der Lagune Quilatoa und am 3. Tag noch reiten. Aber der Reihe nach:

Freitag abend war noch eine Abschiedsfeier von Cenit Kollegen, daher war ich nicht ganz ausgeschlafen am Berg ;-) aber mangelnde Fitness macht euer Uli, der ja quasi in den Alpen aufgewachsen ist, locker durch Erfahrung wett.

Also mit dem Bus auf 4.200m (sic), dann zu Fuß auf 4.800m (siehe Foto) zum Refugio. Da gabs einen tollen heissen Cacao (choccolate caliente) und eine ½ Stunde Pause. Dann noch mal 200 Höhenmeter zum Gletscher auf – genau 5.000m!!!

Mann, und ich dachte die Luft in Quito wäre dünn...aber die echt harten Strapazen waren es echt wert. Die Bilder sind toll, aber live und mit den Gefühl „ich bin da mit meinen eigenen Füßen hoch gelaufen!“ unbezahlbar, klingt wie die olle Kreditkarten-Werbung oder? ;-)

Im Anschluss sind wir wieder zum Refugio marschiert – bergab ist weniger anstrengend, aber gefährlicher, ich glaube zwar, dass nicht alle auf die Nase gefallen sind, ich aber auch jeden Fall – OK, nicht auf die Nase, sondern auf den Allerwertesten!

Dann gabs wat feines zu Essen, und hier bewahrheitet sich der Spruch „Hunger ist der beste Koch“ - es gab „nur“ Brot & Guacamole – aber es war göttlich!

So, Leute, sorry, ich muss los, morgen mehr!

 

1 Kommentar 29.5.10 02:35, kommentieren

Ein

Servus Leitla,

jaja, so wie "unverhofft kommt oft" stimmt, so eben auch  "Ein "Unglück" kommt selten allein..."

Neulich hatten ja zwei nette junge Männer Lust, mich zu erschrecken und meine Taschen  etwas zu leeren.

Tja und gestern hatte ich zwar keine Lust, mein Blut auf Quitos Straßen zu verteilen, habs aber dennoch gemacht. OK, das klingt jetzt viel zu dramatisch, aber es war/ist auch ganz schön schmerzhaft!

Also von vorne:

Die Busse halten hierzulande nur, wenn man (rechtzeitig) Bescheid sagt. Also sagte ich zum (leider telefonierenden) Fahrer "quiero salir aqui!" -> ich möchte hie aussteigen, was er aber geflissentlich überhörte und auch der Mensch, der normalerweise das Geld kassiert und die Stationen ansagt, hat mich ignoriert.

Da hier zwar fast alles gemächlich seinen Gang geht, nur das Busfahren nicht, da heißt es immer "Vamos vamos, siga siga!" "Los los, weitergehen weitergehen", also steigen die Leute auch ein- und aus, wenn der Bus noch fährt bzw. rollt.

So und ich dachte in meiner maßlosen Selbstüberschätzung, ich könne das auch, na ja, in diesem Fall - NEIN!

Also lag ich zwei Sekunden später auf der Nase (im übertragenen Sinn), eigentlich lag ich auf meinem linken Knie - und darunter leider ein klitzekleiner Kieselstein - die Sau! ;-)

Jetzt habe ich ein blaues Knie, mit eine, "Riss" quer über die Kniescheibe, dank dem lieben kleinen Kiesel, grrr

Klingt, wie gesagt schlimmer als es ist, tut aber ganz schön weh. Aber der Onkel (tio) bzw. die Tante (tia) Doktor musste nicht nähen, nur auswaschen und verbinden.

Da ja anscheinend die Sprichwörter zu stimmen scheinen, wird wohl bald eine Glückssträhne mit Spaß, Freundschaften, neuer Liebe, etc. pp auf mich zukommen...:-)

Heute Abend gehe ich erstmal auf eine Fiesta im Casa Orinte und morgen früh gegen 6 Uhr (Igitt) zum Cotopaxi, eine´m Vulkan, den wir besteigen werden, also auf 5.000 m rumkraxeln!

D.h. Für euch leider, dass ihr mich 3 Tage entbehren müsst, aber nicht traurig sein, heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder - keine Frage!

 

Machts gut viel Erfolg den Bayernfans, oder wollt ihr etwa den lieben Herrn Mouhrino gewinnen sehen?! Na also!!!

Chao y hasta luego Uli

PS: Palabra del dia:

sangre – Blut

la rótula – Kniescheibe

burro - Dummkopf -> ich, aber der Busfahrer auch!


1 Kommentar 22.5.10 02:13, kommentieren

Recherche und ein Abend mit Luis

So, der Schock ist einigermassen ueberwunden. Ich habe zwar noch nicht die beste Laune und mein "Entschluss" fuer immer hier zu leben ist etwas ins Wanken geraten, aber an sich gehts schon wieder.

Heute habe ich endlich die zustaendige Sozialarbeiterin gefunden, die mir Auskunft ueber eines "meiner" Kinder geben konnte. Es gibt auf dem Markt einen Jungen, der staendig stoert und andere schlaegt; da wollte ich mal ein paar Hintergruede zur Familiensituation erfahren -

und nach etwas Sucherei und Fragerei wurde ich heute fuendig. Bei dem Gespraech habe ich Sachen erfahren, die ich nicht wieder holen und eigentlich auch gar nicht wissen will.

Na ja, man darf die Augen vor der (leider oft nicht ganz so schoenen) Realitaet nicht verschliessen, auch wenns manchmal echt schwerfaellt...

So unangenehm diese Recherche war, so schoen war der Abend. Ich war mit Luis, einem ecuadoriansichen Kollegen, und ein paar anderen Cenit-Leuten was trinken. Dabei haben wir uns gegeseitig lustige Worte beigebracht und viel Spass gehabt.

Stellt euch einen Spanisch-Muttersprachler ohne Deutschkenntnisse vor, der versucht z.B. "Abwrackpraemie" auszusprechen...

Aehnlich lustig muss es sich fuer ihn angehoert haben, als ich versucht habe, das schoene spanisch Wort fuer Handtuch auszusprechen toalla (-> sprich toaja)...

Hier noch ein Bonmot einer Freundin, das sie bei unserem Pool Match letzten Donnerstag gepraegt hat: "Beim Billard muss immer ein Koerperteil den Boden beruehren -egal welches!" (sic)

Palabra (oration/Satz) del dia:

dinero gente pueden recibir del gobierno para hacer su carro en la basura para comprar un nueva - Abwrackpraemie

-> meine etwas umstaendliche Erklaerung fuer Luis ;-)

- chuta - ca. Mist / verdammt

- Vencedores - die Sieger (Name der Buslinie, die mich zur Cenit bringt)

 - picadura de mosquito - Mueckenstich (meine Stiche aus Mindo von vor ca. 6 Wochen jucken immer noch grrr)

So, das solls mal wieder gewesen sein, gute Nacht, einen schoenen Tag euch mit hoffentlich aehnlichem Wetter wie hier (25-30°C) und Sonne!

Buanoas noches sueños con angelitas/angelitos

2 Kommentare 20.5.10 05:59, kommentieren